Bauernzeitung | 23.11.2012 | Seite 15

Geschätzte Tradition Chäsmärt

BECKENRIED I«Der Alpkäse geniesst einen sehr guten Ruf. In den letzten Jahren ist die Tendenz, zurück zu den Wurzeln – sprich Tradition erhalten – deutlich gestiegen», freut sich Paul Barmettler, Präsident der IG Nidwaldner Alpkäser. Die zwei Tage Alpchäsmärcht sind für die Alpund Bergkäser die wichtigsten im Jahr und zugleich der beste Absatzkanal. Ihre vielfältigen Produkte werden sehr geschätzt, das beweist auch der grosse Besucheraufmarsch vom letzten Wochenende. Käseliebhaber aus der ganzen Schweiz und Nachbarländern waren anzutreffen. So auch ein treuer Kunde aus Deutschland – der vor Jahren per Zufall vor Ort war. Seither reist er extra für den Markt nach Beckenried und deckt sich mit einer grossen Menge Käse ein. Nirgendwo könne er so feinen Käse kaufen.

 

Zwischen 2,7 bis 3 Tonnen Alp- und Bergkäse von 14 verschiedenen Produzenten wurden an diesem Wochenende verkauft. «Der Absatz ist sehr erfreulich», meint der Präsident, «jedoch ist uns die Zufriedenheit der Besucher fast wichtiger. Unser Alpchäsmärcht fand heuer zum 12. Mal statt. Nach wie vor verzeichnen wir einen grossen Publikumsaufmarsch.» Der Platz im Schützenhaus sei beschränkt. Über eine mögliche Expandierung sei auch schon diskutiert worden, jedoch möchte man den heimeligen Raum mit einmaligem Charakter nicht aufgeben.

 

Für Konsumenten sowie Produzenten ist dieser Anlass ein einmaliges Erlebnis. Paul Barmettler, Landwirt und selbst Alpkäser der Alpkäserei Bleiki in Niederrickenbach: «Man muss zum Alpkäser berufen sein. Ich liebe meinen Beruf und das Käsen – schätze die vielen Kontakte zu den Konsumenten – das führt zur Nachhaltigkeit.» Solch ein Käsemarkt sei neben dem Verkauf auch wichtig, damit sich Konsument und Produzent kennenlernten.

 

Erika Rebsamen

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Neue Nidwaldner Zeitung vom 19.11.2012

Ein Schützenhaus voller Käse

BECKENRIED  Mehr als bloss Käse: Der Nidwaldner Alpchäsmärcht ermöglicht es den Alp- und Bergkäsern, sich einem breiten Publikum zu zeigen.


CHRISTOPH RIEBLI

christoph.riebli@nidwaldnerzeitung.ch

 

«Für uns sind es die beiden wichtigsten Tage im Jahr», verdeutlicht Paul Barmettler, Präsident der IG Nidwaldner Alpkäser, den Stellenwert des Nidwaldner Alpchäsmärchts. Am Wochenende fand dieser bereits zum 12. Mal in Beckenried statt. 14 Alp- und Bergkäseproduzenten aus dem Engelbergertal, darunter auch Obwaldner und Urner Käser, haben sich dafür im alten Schützenhaus zusammengefunden und zeigen an liebevoll dekorierten Ständen, wie fleissig sie im vergangenen Sommer gearbeitet haben: Käse, so weit das Auge reicht und die Nase riechen kann. Es herrscht emsiges Treiben. Und immer wieder probieren die Besucher von den Köstlichkeiten, zuweilen auch mit einem Glas Wein.

 

Käser zeigen Gesicht

«Gegen 3 Tonnen Käse verkaufen wir insgesamt über das Wochenende», schätzt Barmettler. Während gewisse den Käse ihrer Wahl gleich kiloweise abtransportieren, gibt es auch diejenigen Käseliebhaber, welche 200 Gramm von «diesem» und 300 Gramm von «jenem» Käse kaufen. «Wie viel jemand kauft, kommt nicht drauf an. Wichtig ist, dass er und nicht der Käse zurückkommt», witzelt der Wiesenberger Bergkäseproduzent Norbert Zumbühl. Es komme auch nicht darauf an, bei wem eingekauft werde, pflichtet Paul Barmettler bei: «Wir geben dem Käser durch den Markt ein Gesicht - schaffen einen Bezug zum Produzenten. Das ist Imagepflege.»

 

Grosse Vielfalt lockt Besucher an

Der Alpchäsmärcht steht für eine selten grosse Vielfalt von regionalen Käseprodukten. «Wir haben Besucher aus der ganzen Schweiz», weiss Paul Barmettler. Gegen 2000 bis 3000 Interessierte sollen es auch dieses Jahr wieder gewesen sein. «Punkt 9 Uhr kamen die ersten Leute. Es ist schön, Präsident einer solchen Erfolgsgeschichte zu sein», schwärmt der Bleiki-Älpler von der Südseite des Buochserhorns.

Zufrieden mit dem Marktbetrieb ist auch Norbert Zumbühl. Besonders den direkten Kundenkontakt schätzt der erfahrene Käser. Seit 34 Jahren übt er sein Handwerk schon aus. Mit seiner Wiesenberger Bergkäserei Huismatt auf 1240 Meter über Meer hat er diesen Sommer aus rund 80 000 Litern Milch von 35 Kühen 8 Tonnen Käse produziert: «So einen Sommer wie den vergangenen würde ich sofort wieder nehmen», zeigt er sich zufrieden. Die Frage, ob er vor lauter Käse die Nase davon nicht voll habe, verneint er: «Ich esse selbst sehr viel Käse. Es darf auch Weichkäse sein, wie etwa der Luzerner Rahmkäse.»

 

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